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Zwei Drittel der Neueinträge ins Schweizer Handelsregister sind «echte Jungunternehmen».

Zum ersten Mal hat das IFJ Institut für Jungunternehmen zusammen mit PostFinance und dem LINK Institut empirisch untersucht, was hinter den Neueinträgen ins Schweizer Handelsregister steckt. Was sind die Gründe für die Neueinträge? Woher stammt das Startkapital? Wie lange dauert eine Firmengründung? Und welche Herausforderungen haben Gründer/innen? Antworten darauf liefert die Studie Neugründungen Schweiz unter dem Patronat von PostFinance.

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Echte Neugründungen

Eine oft gestellte und bisher noch nicht beantwortete Frage in der Schweiz ist, wie hoch der Anteil an Neuunternehmen unter den Handelsregister Neueinträgen ist. Im Jahr 2020, auf das sich die Studie konzentriert, wurden rund 31’000 «echte Neuunternehmen» in der Schweiz gegründet. Diese haben eine effektiv neue Tätigkeit aufgenommen. Dies entspricht zwei Drittel der knapp 47’000 Neueinträge ins Schweizer Handelsregister (vgl. nationale Analyse der Firmengründungen 2020 von IFJ). Durch 15 Prozent aller Neueintragungen wird eine bestehende Tätigkeit in einer neuen Rechtsform fortgesetzt. In diesen Fällen wird meist eine bestehende Einzelfirma mit einer neuen GmbH oder AG fortgeführt. Oft werden also bestehende Firmen nicht formal umgewandelt, sondern durch eine Neueintragung weitergeführt. Mit den restlichen Neueintragungen werden neue Firmen aus bestehenden Firmen gegründet (6 Prozent), Übernahmen getätigt (6 Prozent) und Steuervorteile ausgenutzt (3 Prozent).

Die typische Neugründerin, der typische Neugründer

Rund die Hälfte aller Gründer/innen starteten die Gründung einer eigenen Firma in weniger als sechs Monaten nach der betreffenden Geschäftsidee. Bei mehr als einem Drittel dauerte die Gründung an sich weniger als einen Monat. Bei den restlichen Gründern/innen wurde die Firma innerhalb von zwei Monaten gegründet.

Von den Befragten Gründer/innen kümmerten sich insgesamt 69 Prozent alleine um den Gründungsprozess. Der Aufwand bleibt auch in anderen Bereichen sehr übersichtlich. 64 Prozent der Neugründungen erfolgten mit der Privatadresse, wodurch Kosten in der Immobiliensuche und dessen Betriebsaufnahme wegfallen. Bei den Befragten starteten 85 Prozent mit maximal einer Vollzeitstelle, was die Ausgaben für Mitarbeitende reduziert.

Was spielt die Sicherheit für Selbständige für eine Rolle? Dies zeigt sich in den Zahlen deutlich. 69 Prozent der Befragten waren während der Gründung noch in einem anderen Unternehmen angestellt. Man weiss nie genau, mit welchen Herausforderungen und Risiken man beim Start der eigenen Firma konfrontiert wird.

Herausforderungen von Gründer/innen

Eine Firmengründung bringt nebst dem Gründungsaufwand viele weitere Hürden mit sich. Bereits während dem Schritt in die Selbständigkeit machen sich rund ein Viertel der Schweizer Gründer/innen darüber Sorgen, wie die Auftragslage sich entwickeln wird. 19 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen der administrative Aufwand, die rechtlichen Bestimmungen und staatliche Auflagen Bedenken bereiteten. Dem gegenüber standen 25 Prozent der befragten Unternehmenden, die sorglos in die Zukunft blickten.

(Grafik PostFinance «Gründermarkt Schweiz» Studie)

Finanzierung neuer Firmen

Es sprechen viele Argumente für eine Firmengründung in der Schweiz. Trotzdem sollte eine Firmengründung nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Was die Finanzen im Bereich Gründungskosten und Kapitalbeschaffung anbelangt, machen sich gerade einmal vier Prozent der Befragten Sorgen. Dazu führen sicherlich die überschaubaren Kosten einer Gründung. Rund ein Drittel der Befragten gab an, maximal 500 Franken für die Gründung ausgegeben zu haben. Ein Viertel investierte über 2’000 Franken.

Auch das Gründungskapital an sich organisieren die Schweizer Gründer/innen mühelos. Die Studie zeigt, dass fast ein Fünftel mit maximal 5’000 Franken Startkapital gründeten. Mit 55 Prozent kommen mehr als die Hälfte mit maximal 20’000 Franken aus. Unternehmen mit einem Startkapital von mehr als 150’000 Franken gibt es selten.

Bei 91 Prozent stammt das Kapital der Jungunternehmen wenigsten teilweise aus privaten Eigenmitteln. In elf Prozent der Fälle waren private Investoren wie z. B. Freunde oder Familie involviert.

Auswirkungen von Corona auf Schweizer Jungunternehmen

2020 wird international als «das Corona-Jahr» in die Geschichtsbücher eingehen. Trotzdem verzeichnete die Schweizer Gründerszene 46’842 neue Handelsregistereinträge in dieser Zeit. Dies entspricht einem Plus von 5.3 Prozent und geht gleichzeitig als Rekordjahr in die Geschichte ein.

Diese Zahlen zeugen vom Durchhaltewillen der Gründer/innen und vom Glauben an die eigene Geschäftsidee. Gleichzeitig zeigte sich in der Gründerstudie, die vom 07. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 durchgeführt wurde, auch eine Ernüchterung unter den Jungunternehmen: Ein Drittel der Befragten gab an, aufgrund der Corona-Pandemie schlechter gestellt zu sein. 37 Prozent teilten mit, die Krise bislang unbeschadet überstanden zu haben. Nur sieben Prozent sagten, dass sie von der Corona- Pandemie profitieren konnten.


(Grafik PostFinance «Gründermarkt Schweiz» Studie)

Zur Information

Alle Daten stammen aus der Studie «Gründermarkt Schweiz». Durchgeführt wurde diese von PostFinance in Zusammenarbeit mit dem IFJ Institut für Jungunternehmen und dem LINK Institut. Für die Studie wurden 912 Interviews mit Personen geführt, die in den letzten 24 Monaten gegründet hatten. Die empirische Untersuchung und Auswertungen wurden zwischen 07. Dezember 2020 und 31. Januar 2021 durchgeführt.

Über das IFJ Institut für Jungunternehmen

Seit 1989 begleitete das IFJ Institut für Jungunternehmen 150‘000 Firmengründer/innen auf dem Weg in die Selbständigkeit. Als Pionier und Branchenführer bietet das IFJ die schweizweit meist genutzten digitalen Services zur Firmengründungen, Handelsregisteränderungen und zum Markenschutz.

Tools zur Erarbeitung eines Businessplans sowie für Buchhaltung und Administration erleichtern das unternehmerische Schaffen. Die kostenlosen Webinare, Kurse und Referat-Events mit aktivem Networking sowie Checklisten und umfassende Beratung begleiten dich mit Rat und Tat vor, während und nach der Firmengründung. Im modernen startup space bietet das IFJ Coworking Arbeitsplätze, Büros, Sitzungszimmer, Gastronomie und einen Eventspace.

Namhafte Partner und die öffentliche Hand setzen seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit dem IFJ. Die langjährigen Partnerschaften erlauben es uns, den umfassenden Startup Support kostenlos für Gründer/innen in der Schweiz zu erbringen.

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