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Rückenwind für innovativen Klimaschutz

Klimawandel, Ressourcenverknappung und Umweltverschmutzung zeigen schonungslos auf, dass ein Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft unumgänglich ist. Wichtige Entscheidungen stehen diesbezüglich bevor: Im Zentrum der Sommersession der eidgenössischen Räte, die am 2. Juni begonnen hat, steht etwa die Beratung des CO2-Gesetzes. Die Chancen für das Schweizer Innovations-Ökosystem stehen gut: Die Schweiz profitiert von einer guten Ausgangslage in den Bereichen Infrastruktur, Systemwissen, Wettbewerbsfähigkeit, der Marke Schweiz – und vielem mehr.

Aber Chancen verwirklichen sich nicht von selbst, sie müssen aktiv genutzt werden. Innovationen fürs Klima benötigen verstärkt Rückenwind, etwa in Form von privaten wie auch staatlichen Förderprogrammen und Finanzierungsunterstützungen. Dabei spielen innovative Climate-tech-Startups angesichts der ökologischen Herausforderungen eine zentrale Rolle. Aber auch immer mehr bewährte KMUs machen sich dafür stark, indem sie zukunftsträchtige Technologien hervorbringen oder ihre Produkte bezüglich Nachhaltigkeit weiterentwickeln. Oft sind dabei die Risiken für die Darlehensgeber aber zu hoch und die geplanten Projekte der Unternehmer erhalten nicht die erforderliche finanzielle Unterstützung, um wirtschaftlich und nachhaltig erfolgreich umgesetzt werden zu können.

Finanzierungsunterstützung, wie etwa die Darlehensbürgschaften vom Technologiefonds, ermöglicht innovativen Unternehmen den Zugang zu günstigem Fremdkapital, weil sie die Risiken für die Darlehensgeber massiv reduzieren.

«Der Technologiefonds fördert Technologien in den Bereichen Reduktion von Treibhausgasemissionen, Effiziente Nutzung elektrischer Energie, Förderung erneuerbarer Energien und Schonung natürlicher Ressourcen,» erklärt Simone Riedel Riley, Leiterin Geschäftsstelle des Technologiefonds.

Breites Spektrum an Innovationen, die bisher vom Technologiefonds unterstützt wurden

Dank der Unterstützung durch den Technologiefonds konnten seit anfangs 2015 knapp 100 Unternehmen ihre Innovationen vorantreiben. Zu den Firmen, die eine Bürgschaft durch den Technologiefonds erhalten haben, zählen etwa Arviem, welche Logistikketten verbessert, Bcomp mit aus Naturfasern bestehenden Leichtbau-Lösungen für die Mobilitätsindustrie, Designwerk mit elektrischen Lastkraftwagen, dhp technology mit einem Solarfaltdach, eSmart mit umfassender Lösung für die Steuerung von Wohnhäusern, SkyCell mit temperaturkontrollierten Containern oder Wingtra mit neuartigen Flugrobotern für die Landwirtschaft.

«Die Wingtra AG ist ein ETH Spin-Off, welches neuartige Flugroboter für kommerzielle Anwendungen insbesondere im Bereich der Landwirtschaft entwickelt. Dank der Darlehensbürgschaft durch den Technologiefonds können wir Supply Chain und Vertrieb weiter skalieren,» so Elias Kleinmann, Gründer und CFO der Wingtra AG. 

Kreditbürgschaften in Höhe von maximal CHF 3 Mio. pro Firma

Die Geschäftsstelle des Technologiefonds erwartet auch im Jahr 2020 wiederum zahlreiche Bürgschaftsgesuche von Unternehmen mit innovativen Technologien, die eine nachhaltige Verminderung von Treibhausgasemissionen ermöglichen. «Da der Technologiefonds im CO2-Gesetz verankert ist, kann der Technologiefonds auch im Jahr 2020 wiederum Kreditbürgschaften in Höhe von maximal CHF 3 Mio. pro Firma vergeben» betont Simone Riedel Riley. Schweizer Start-ups und KMU, die innovative Technologien entwickeln, welche eine nachhaltige Verminderung der Treibhausgasemissionen ermöglichen, können über die Webseite des Technologiefonds ein Bürgschaftsgesuch stellen.


Simone Riedel Riley, die im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt die Geschäftsstelle des Technologiefonds leitet. Sie hat Finanzwissenschaften an den Universitäten Zürich, Harvard und Indiana (USA) studiert.

About the author

Technology Fund

Mit dem Technologiefonds fördert der Bund Innovationen, die Treibhausgase oder den Ressourcenverbrauch reduzieren, den Einsatz erneuerbarer Energien begünstigen und die Energieeffizienz erhöhen. Bürgschaften erleichtern es innovativen Unternehmen, Darlehen aufzunehmen.

Der Bund kann Darlehen an Unternehmen verbürgen, die neuartige Produkte und Verfahren zur Reduktion der Treibhausgasemissionen, zum Einsatz von erneuerbaren Energien und zur Schonung der natürlichen Ressourcen entwickeln und vermarkten.

Diese Unternehmen erhalten bei positiver Beurteilung eine Zusicherung. Die Bürgschaft wird Banken oder anderen geeigneten Darlehensgebern gewährt. Zur Deckung der Bürgschaftsausfälle fliessen maximal CHF 25 Millionen pro Jahr aus den Erträgen der CO2-Abgabe in einen Technologiefonds.